Ärger über Rentenhöhe: VKI startet Sammelaktion für Generali-Versicherer mit Rentenauswahlklausel

Renten müssen neu berechnet und angepasst werden – Betroffene erhalten Unterstützung

Wien (OTS/VKI) Die Generali Versicherung AG (Generali) basiert auf der Bereitstellung von Lebensversicherungen mit Rentenwahlrecht, wonach die Berechnungsgrundlagen zum Zeitpunkt der Rentenwahl für die Höhe der Rente herangezogen werden. Gegen diese Regelung hat der Verbraucherinformationsverband (VKI) im Verbandsverfahren Widerspruch eingelegt. Der Oberste Gerichtshof (OGH) schloss sich dem VKI an und erklärte die Klausel für rechtswidrig. Nach Auffassung des VKI wird die Generali die Renten auf der Grundlage der bei Vertragsschluss geltenden Berechnungsgrundlagen neu berechnen, sofern bei Vertragsabschluss ein Referenzwert der voraussichtlichen Rente angegeben wird. Dies führt zu einer deutlichen Erhöhung der Rente, da zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses Sterbetafeln gelten und höhere Garantiezinsen zur Berechnung der Rente herangezogen werden. Der VKI unterstützt betroffene Versicherungsnehmer bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche auf Rentenanpassung (Erhöhung). Die Teilnahme an der Sammelaktion ist bis zum 30. September 2022 möglich. Alle Details finden Sie unten www.verbraucherrecht.at/generali.

Die Generali Versicherung AG vertreibt seit vielen Jahren Lebensversicherungen mit Option auf Jahresprämie. Der VKI hat im Auftrag des Sozialministeriums eine Verbandsklage gegen die Generali zu den Konditionen dieser Rentenversicherung im OGH gewonnen. Der Oberste Gerichtshof hat entschieden, dass eine Bestimmung, die die Berechnungsgrundlagen für eine Rente regelt, unwirksam ist. Soweit die versicherte Person von einer eigenen Rentenoption Gebrauch gemacht hat, hat Generali die Höhe der Rente auf der Grundlage der zum Zeitpunkt der Optionsausübung geltenden Berechnungsgrundlagen ermittelt. In der Regel erhält der Versicherte eine deutlich niedrigere Rente als bei Vertragsabschluss standardmäßig zugesagt wurde.

Und im anschließenden Bewährungsverfahren verurteilte das Handelsgericht Wien Generali zu einer höheren Rente. Im konkreten Fall wurde dem Verbraucher statt der ursprünglich versprochenen 260 Euro eine Anfangsrente von 84,81 Euro angeboten. Hätten die Generali die beim Vertragsabschluss angewandten Berechnungsregeln angewandt, hätte die Anfangsrente 165,77 Euro betragen. Dem Verbraucher steht somit eine Anfangsrente zu, die sich aus dem tatsächlichen Deckungskapital bei Vertragsende und den bei Vertragsabschluss verwendeten Berechnungsgrundlagen (Rechnungszinssatz und Sterbetafel) bestimmt. Dadurch ergibt sich eine wesentlich höhere Anfangsrente als nach den Berechnungsregeln der Generali-Rendite.

Der VKI organisiert nun eine Sammelaktion für betroffene Verbraucher, die bei Generali eine Lebensversicherung mit Rentenwahloption und Jahreszahlung abgeschlossen haben.

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass Generali aufgrund falscher Berechnungsregeln zu niedrig kalkulierte Renten nicht angepasst hat“, kommentiert Mag. Ulrich Wolff, Leiter der Sammelklageabteilung. Wir unterstützen betroffene Verbraucher bei der Verfolgung ihrer Rechtsansprüche. Wenn die Generali nicht aufgibt und weiterhin eine zusätzliche Vertragsauslegung verlangt, werden weitere rechtliche Schritte eingeleitet.“

Dienstleistungen
: Informationen zur Anmeldung zur Sammelaktion “Generali Versicherung AG – Rentenanpassung bei Lebensversicherungen mit Auswahl der Rentenklausel” www.verbraucherrecht.at/generali.

Fragen und Kontakt:

Verbraucherinformationsverband
Pressebüro
+43 664231 44 81
Klicken@vki.at
www.vki.at

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