Das Wiener Staatsballett startet mit fünf Premieren in die neue Spielzeit

22.06.2022

Staatsballettdirektor Martin Schleibfer kündigte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz an, dass klassisches Ballett in der Spielzeit 2022/23 wieder auf zeitgenössischen Tanz trifft. Rund fünf Uraufführungen verspricht der Choreograf – unter anderem steht ein neues „Dornröschen“ auf dem Programm.

In der abgelaufenen Spielzeit erreichten die Vorstellungen eine Auslastung von 82,9 Prozent an der Staatsoper und 62,7 Prozent an der Volksoper.

Staatsballettaufführungen Uraufführungstanz

Mit „Iolanta und der Nussknacker“ der Volksoper beginnt die Uraufführungsreihe, in der zwei Werke von Tschaikowsky miteinander verflochten sind. „Das funktioniert musikalisch fantastisch“, freute sich Schleibfer. Der Regisseur erklärte, dass es bei beiden um Wachstum geht und beide sich auf das Aufeinanderprallen von Fantasie und Realität konzentrieren. Die Opern- und Ballett-Koproduktion – inszeniert von der neuen Intendantin Volkssuper Lotte de Beer, die sich damit vorstellte – steht am 9. Oktober erstmals im Programm.

Zum zweiten Mal brilliert die Staatsballett-Truppe in der Volksoper mit Choreografie – die Uraufführung von „Platform Choreography“ findet am 16. Dezember statt. Am 11. Februar nächsten Jahres ist dort endlich das wegen Corona verschobene „Promethean Fire“ zu sehen. Zwei Helden des modernen amerikanischen Tanzes werden vorgestellt – Paul Taylor und Mark Morris. „Katastrophale Stimmung“ trifft auf große Macht, und schließlich überwiegt die Hoffnung, sagt Schleibfer über Taylors Schöpfung.

Ballettklassiker in der neuen Spielzeit

Zwei Uraufführungen kommen auf die Opernbühne. Es war einmal „Dornröschen“ mit einer Choreografie von Schleibfer, der Tschaikowskys Ballett „mein liebstes klassisches Stück“ nannte, am 24. Oktober. Er sagte, er wolle sich die Charaktere noch einmal ansehen, und angesichts der fiktiven Handlung frage er sich, ob „Gut und Böse wirklich weit voneinander entfernt sind“. Am 27. April 2023 folgen „Goldberg Variations“ mit einer Choreographie von Heinz Spurley. „Ein tolles neues klassisches Stück“, sagte Schleppfer.

Die seit mehreren Jahren nicht mehr gezeigten Ballettkomödien „La fille mal gardée“ (13. Dezember) und „Don Quijote“ (28. Juni 2023) werden an der Wiener Staatsoper wiederbelebt. Von der Dramatikerin Anne de Paco empfohlene Theaterstücke für Familien mit Kindern. „Kontrapunkte“, „Onegin“, „Im siebten Himmel“, „Liebeslieder“, „Ein deutsches Requiem“, „Begegnungen“ und „Die Jahreszeiten“ bleiben auf der Songliste.

Neue Bandmitglieder

De Paco verwies auf die Bedeutung des Dialogs mit dem Publikum, auf die Vermittlungsangebote des Staatsballetts. Den meisten Produktionen gehen Werkseinführungen voraus; In der Reihe „Tanspodium“ am 12. November ist beispielsweise ein Gespräch mit Martin Schleppfer zum Thema Ausbildung zu hören. Im Rahmen der „Dance Films“ werden außerdem vier Tanzfilme gezeigt und der Geburtstag des Tänzers Rudolf Nureyev wird am 12. März 2023 mit „Norego. The White Crow“ im Filmhouse Vienna gefeiert.

Neuerungen gibt es nicht nur im Programm, sondern auch in der Gruppe: Denn mit der Corona-Pandemie hat das Staatsballett Tänzerinnen und Tänzer verloren. „Einige beschlossen, mit dem Tanzen aufzuhören“, sagte Schleibfer resigniert, ebenso wie Roman Laszek, der einer der führenden Künstler des Wiener Staatsballetts war. So konnte die Institution beispielsweise den Kanadier Brendan Sy als ersten Solotänzer und den Niederländer Rashin Arts als Solisten gewinnen.

Kontroverse um die Ballettakademie

Insgesamt zählt das Staatsballett nun 101 Tänzerinnen und Tänzer. Sie tanzten oder tanzten in der Saison 2021/22 in 86 Shows. Kaufmännischer Leiter Simon Wohins erklärte, dass, wenn man sich die Auslastung ansehe, die Staatsoper einen höheren Besucheranteil anziehe als die Volksoper.

Sie sprach auch in der Ballettakademie, gegen die 2019 Missbrauchsvorwürfe erhoben wurden. Sie befinden sich in der Phase der Neuordnung, die während der Pandemie begonnen hat, und wollen ein Umfeld schaffen, das dem künftigen Wohl von Kindern gerecht wird.

Es gibt weitere Informationen zur nächsten Saison hier drüben.

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