Der Oberste Gerichtshof weist die Berufung von Bayer im Glyphosat-Fall Hardman zurück | 21.06.22

FRANKFURT (Dow Jones) – Im Rechtsstreit um die angeblich krebserregende Wirkung von glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmitteln gibt es für Bayer keinen Durchbruch. Ein Fall zur Überprüfung des Berufungsverfahrens auf Empfehlung von Generalstaatsanwältin Elizabeth Prilugar, einer Vertreterin der US-Regierung, Anfang Mai.

Damit ist zunächst die Hoffnung von Bayer zerstreut, dass ein positives höchstrichterliches Urteil künftigen anhängigen Schadensersatzklagen bald ein Ende bereiten wird. Seit der Übernahme von Monsanto vor vier Jahren wurde das Pharma- und Agrarunternehmen von einer beispiellosen Welle von Klagen heimgesucht, deren Beilegung bisher Milliarden gekostet hat.

„Wir können die Abweisung des Hardman-Falls durch den Obersten Gerichtshof nicht nachvollziehen“, sagte Baer nach der Entscheidung. Die Entscheidung untergräbt die Verlässlichkeit der regulatorischen Entscheidungen der Unternehmen, da sie es jedem einzelnen Bundesstaat in den Vereinigten Staaten ermöglicht, unterschiedliche Nutzungshinweise zu verlangen. Dies steht eindeutig im Widerspruch zu den Standardisierungsanforderungen, die der US-Kongress in gesetzliche Regelungen wie den Federal Insecticides, Fungicides, and Rodenticides Act aufgenommen hat. Während diese Entscheidung Hardmans Fall beendet, gibt es andere Fälle – einschließlich eines Nachrichtenberichts – in denen sich der Oberste Gerichtshof mit Vorrangfragen im Bundesrecht und widersprüchlichen Entscheidungen niedrigerer Gerichte befassen kann.

Der pensionierte Edwin Hardman hatte Monsanto bereits vor der Bayer-Übernahme wegen Krebs verklagt. Ihm wurden 25 Millionen Dollar Schadensersatz zugesprochen, und der Leverkusener Konzern verlor die Berufungsverhandlung, die Bayer 2021 eingeleitet hatte.

Bayer wollte vom BGH grundsätzlich klarstellen, ob er in einzelnen Bundesländern wegen fehlender Warnung vor Krebsrisiken zu Schadensersatz verurteilt werden könne, auch wenn diese Warnung nach Bundesrecht unzulässig sei.

Bayer beruft sich nun auf den Fall des Ehepaars Billyud, den das Unternehmen ebenfalls verlor und dem Obersten Gerichtshof zur Berufung vorlegte. Die Richter werden die Angelegenheit am Donnerstag erörtern, und eine Entscheidung könnte nächste Woche gefällt werden.

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DJG/rio/brb/kla

(Ende) Dow Jones Newswires

21. Juni 2022 09:51 ET (13:51 GMT)

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