Die Beteiligung von Polymetal ist weiterhin positiv: Polymetal mit Problemen beim Aufbau von Vertriebswegen | 23.06.22

Der anglo-russische Bergbaukonzern Polymetal International plc erwartet aufgrund anhaltender Verzögerungen beim Aufbau neuer Vertriebskanäle weniger Cash zu generieren.

Wie der Edelmetallproduzent mitteilte, laufen die Goldverkäufe aus seinen russischen Minen nach Asien nun wieder regelmäßig zu den gleichen Verkaufskonditionen. Im April und Mai haben sie sich wegen Corona deutlich verlangsamt. Im Fall von Silberbarren steigen die Bestände jedoch weiter, da es keine zuverlässigen Exportkanäle und einen effizienten Inlandsmarkt gibt.

Polymetal International ist Russlands größter Goldproduzent, und die Gruppe besitzt auch Minen in Kasachstan. Das in Jersey ansässige Unternehmen befindet sich mehrheitlich im Besitz der Russian Information and Communications Technology Group. Die Aktien sind in London, Moskau und Astana notiert.

Der Konzern plant, die Dividende für 2021 und das erste Halbjahr 2022 am 22. September bekannt zu geben. Der Rückgang des operativen Cashflows wird ein Schlüsselfaktor für die Entscheidung sein, dass Aktienrückkäufe angesichts kurzfristiger Liquiditätsprobleme und großer Unsicherheiten “derzeit nicht angemessen” sind. Polymetal sagte, dass Aktionäre keine Dividenden über Russlands National Settlement Deposit erhalten können, nachdem die Europäische Union Transaktionen zwischen Euroclear und NSD verboten hat.

Das Unternehmen bestätigte die Produktionsprognose für das Gesamtjahr von 1,7 Millionen Unzen Goldäquivalent. Die Minen laufen reibungslos. Allerdings führten die Aufwertung des russischen Rubels und logistische Herausforderungen zu erhöhten Investitionen.

Auf der monetären Seite sagte PolyMittal, dass die Nettoverschuldung von 2,0 Milliarden US-Dollar Ende März auf 2,3 Milliarden US-Dollar zum 1. Juni gestiegen sei, wobei 74 Prozent der Schulden auf US-Dollar lauten. Die gesamten bei nicht sanktionierten Banken hinterlegten Barmittel belaufen sich auf etwa 300 Millionen US-Dollar. Nicht in Anspruch genommene Kreditlinien von nicht sanktionierten Institutionen in Höhe von insgesamt 400 Millionen US-Dollar, die in den nächsten sechs Monaten zum Schuldendienst verwendet werden sollen.

Das Unternehmen begann mit der Notfallplanung, um den Geschäftsbetrieb fortzusetzen. Direkt gegen Polymetal gerichtete Sanktionen sind unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

An der Moskauer Börse stieg die Polymetal-Aktie am Donnerstag vorübergehend um 1,29 % auf 462,90 Rubel.

Von Jaime Linares Taboada

London (Dow Jones)

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