Druck: Welche Risiken bestehen?

Akupressur – Das bedeutet mehr als nur eine Packung. Ausreichender Druck ist oft mit Herausforderungen für den Patienten und das Behandlungsteam verbunden. Hier erhalten Sie einen Einblick in Ihre tägliche Praxis.

Wie funktioniert Akupressur?

Akupressur ist die Grundlage für die Behandlung von venösen und lymphatischen Erkrankungen der Extremitäten.1,2 Auf das Bein oder den Arm wird Druck ausgeübt, um den venösen und lymphatischen Abfluss zu erhöhen.1,2 Zu den Hauptzielen der Kompressionstherapie gehören:1-3

  • Verringerter venöser Durchmesser und erhöhte venöse Rückflussrate
  • Verbesserung der Funktion der Venenklappen (indem die Venenwände näher zusammengebracht werden), um den venösen Rückfluss zu reduzieren
  • Wadenpumpenunterstützung für venösen Abfluss
  • Anregung der Lymphdrainage oder Lymphdrainage
  • Schaffung günstiger Bedingungen für die Wundheilung (z. B. bei Ulcus cruris venosum)

Es stehen verschiedene Versorgungsmöglichkeiten zur Verfügung.1,2 Um Stauungen zu Beginn der Behandlung zu lindern, werden Verbände mit kurzer Freisetzung und Mehrkomponenten-Schemata verwendet.1,2 Mehrkomponentensysteme, z. B. besteht aus Füll-, Kompressions- und Kohäsionsverbänden und kann bis zu sieben Tage angelegt bleiben.1,2 Kurze Verbände wiederum sollten jeden Tag neu angelegt werden.1,2 Darüber hinaus empfehlen medizinische Leitlinien für die Kompressionstherapie den Einsatz von Mehrkomponentensystemen, da sie schneller abschwellen, einfacher anzulegen sind und den Patienten einen besseren Tragekomfort bieten als kurze Verbände.1

Welcher Patient verwendet Akupressur?

Die Kompression ist bei vielen Krankheitsbildern ein unverzichtbarer Bestandteil der Behandlung.1 Als Indikationsgruppen sind generell chronische Venenerkrankungen und/oder Thrombödeme zu nennen.1

Chronische Venenerkrankungen gehen meist mit einer chronisch venösen Insuffizienz einher4 Es verursacht Unterschenkelgeschwüre (Ulcus cruris), sowohl venöse als auch gemischte, dh arterielle und venöse Geschwüre.1 Darüber hinaus kann beispielsweise eine funktionelle venöse Insuffizienz, wie Übergewicht oder venöse Malformation vorliegen.1 Zu den venösen thromboembolischen Erkrankungen gehören tiefe Beinvenenthrombosen sowie Armvenenthrombosen und oberflächliche Venenthrombosen.1

Ödeme können durch eine Vielzahl unterschiedlicher Ursachen verursacht werden.1 Zusätzlich zum Lymphödem, das durch einen schlechten Abfluss von Lymphflüssigkeit verursacht wird5Ödeme können auch nach einem Trauma oder nach einer Operation auftreten.1 Ödeme treten auch während der Schwangerschaft häufig auf.1

3 häufige Nachteile der Akupressur

In der klinischen Praxis stellt Akupressur oft eine Herausforderung dar – sowohl für den Patienten als auch für das Behandlungsteam. Wir stellen 3 häufige Probleme vor:

1. Unzureichendes Patientenengagement

Eine Umfrage unter deutschen Hausärzten und Phlebologen (n = 148) zur Behandlung von Ulcus cruris venosum oder gemischtem Bein zeigte Probleme mit der Patientenadhärenz: Demnach lehnen 29 % der Betroffenen eine Behandlung ab oder brechen die Behandlung mit herkömmlichen Verbänden ab.6 Somit findet zu Beginn der Behandlung keine wirksame Entstauung statt1 Es kommt vor, was zum Beispiel die Heilung von Geschwüren erschwert.

2. Kein konstanter Druck

Der Erfolg der Akupressur wird auch durch das angewendete Verbandsschema beeinflusst.1,2 So kommt es bspw. bei kurzzugigen Verbänden vor, dass es oft schon nach wenigen Stunden zum Verrutschen und Formverlust kommt.1 Folge: Der notwendige Kompressionsdruck wird nicht zuverlässig erreicht.1 Zudem haben Anwender oft Schwierigkeiten mit dem korrekten Anlegen von Kurzzugbinden.1 Mehrkomponentensysteme bieten den Vorteil einer kontinuierlichen Systemverdichtung und Benutzerfreundlichkeit.1

3. Hoher Zeitaufwand

Das Anlegen des Verbandsschemas nimmt sowohl für das Pflegeteam als auch für die Patienten viel Zeit in Anspruch. Dies gilt insbesondere dann, wenn komplexe Kompressionstechniken, wie z. B. Kurzzugverbände, beherrscht werden müssen.1
Man unterscheidet Wechselverbände (z. B. Kurzverbände), die täglich neu angelegt werden müssen, und Dauerverbände (z. B. Mehrkomponentensysteme).1

Referenzen

  1. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/037-005l_S3k_Medizinische-Kompressionstherapie-MKS-PKV_2019-05.pdf. Letzter Eintrag: 10.06.2022.
  2. In der Datei enthaltene Urgo-Daten.
  3. Santler B und Goerge T. J Dtsch Dermatol Ges 2017; 15 (5): 538–556.
  4. Desmond J Dermatologe 2017; 68 (8): 614–620.
  5. Klasse AA und Phillips TJ. J. Am. Acad. Dermatol 2017; 77 (6): 1009-1020.
  6. Studium der Venus. Ergebnisse der Befragung zur Behandlung des Ulcus cruris venosum oder gemischtes Bein unter 148 deutschen Ärzten und Phlebologen, 12/2016.

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