Modernisierung des strukturierten Behandlungsprogramms für Typ-2-Diabetes

20. Juni 2022


Foto: Andrey Popov / AdobeStock

Etwa 4,7 Millionen gesetzlich Versicherte mit Typ-2-Diabetes werden bereits mit DMP – einem strukturierten Behandlungsprogramm für chronische Patienten – behandelt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die im DMP Diabetes mellitus Typ 2 empfohlene Diagnostik und Therapie den neuesten medizinischen Erkenntnissen angepasst.

Änderungen betreffen beispielsweise medikamentöse Therapieempfehlungen, das Management von Komorbiditäten und Folgeerkrankungen sowie Maßnahmen zur Förderung der Gesundheitskompetenz.
Unter anderem wurden folgende Änderungen festgestellt:

  • Empfehlungen zur medikamentösen Therapie des glykämischen Stoffwechsels sind vor dem Hintergrund des individuell unterschiedlichen Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Nierenfunktionsstörungen präziser geworden. Dies gilt sowohl für die Ziele als auch für die Behandlungsstrategie und Empfehlungen zur Arzneimittelauswahl.
  • Da Übergewicht und Bewegungsmangel wichtige Faktoren sind, die den Verlauf von Typ-2-Diabetes beeinflussen, sollten DMP-Teilnehmer motivierter sein, sich gesünder zu ernähren und sich mehr zu bewegen.
  • Angesichts der besonderen Bedeutung der Patienten wurden auch Hinweise auf das Risiko einer Hypoglykämie im täglichen Leben in die Anforderungen des Datenmanagementprogramms aufgenommen.

Die aktuelle Entscheidung hat auch Auswirkungen auf DMP-Vertragspartner: Innerhalb eines Jahres nach Wirksamwerden der Entscheidung müssen bestehende DMP-Verträge zwischen Krankenkassen, Arztpraxen und Krankenhäusern an die neuen Anforderungen angepasst werden.

Die Entscheidung wird dem Bundesministerium für Gesundheit zur rechtlichen Prüfung vorgelegt. Sofern keine Einwände erhoben werden, treten die neuen Vorschriften einschließlich der geänderten Notarvorschriften am ersten Tag des der Veröffentlichung im Bundesanzeiger folgenden Quartals in Kraft.

Hintergrund: DMP (Disease Management Software)

Ziel des DMP ist es, den Behandlungsprozess sektorenübergreifend und die Qualität der medizinischen Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen zu verbessern.
Die Gemeinsame Bundeskommission wählt die geeigneten Programme zum Datenmanagement chronischer Krankheiten aus, legt Anforderungen an solche Programme fest, überprüft sie regelmäßig und aktualisiert sie bei Bedarf. DMP-Anforderungen und -Dokumentation sind in den DMP-Anforderungsrichtlinien organisiert. Die praktische Umsetzung des Datenmanagementprogramms (DMP) erfolgt auf Basis regionaler Verträge zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern (Vertragsärzte/Krankenhäuser). Das Bundessozialamt prüft vor Vertragsabschluss, ob die Anforderungen des Datenmanagementplans der G-BA-Richtlinien erfüllt sind.

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