Neues Elektroauto kommt aus Spanien: Bericht: Ford hat sich gegen Sarlouis entschieden

Ein neues Elektroauto kommt aus Spanien
Bericht: Ford entscheidet sich gegen Sarlouis

Angst in Saar-Louis und Valencia: Autobauer Ford baut sein neues Elektroauto nur noch in einer Fabrik. Im Saarland hängen tausende Arbeitsplätze von der Entscheidung ab. Nach Angaben eines spanischen Ministers ist er nun gestürzt.

Der Autobauer Ford wird sein neues Elektroauto einem Bericht zufolge nicht im saarländischen Werk in Saarlouis, sondern in Spanien fertigen. Das bestätigte Industrieminister Reyes Maroto, berichtete das spanische Portal A punt. Demnach vergab der Konzern den Auftrag an die Fabrik im Raum Mussafah bei Valencia. Alle Mitarbeiter müssen am Nachmittag informiert werden. Ford hat angekündigt, bis 2030 nur noch Elektroautos herzustellen. Ford beschäftigt in Saarlouis rund 4.600 Mitarbeiter. Auch knapp 2.000 weitere Arbeitsplätze bei Zulieferunternehmen hängen von der Entscheidung ab.

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Unter der Überschrift „Die Zukunft unseres Standorts/Stand des Bieterverfahrens“ berief der Betriebsrat eine nichtöffentliche Betriebsversammlung ein. Auch ein Lagebericht wird erwartet. „Wir bereiten uns derzeit auf verschiedene Szenarien vor“, sagte der Betriebsrat. Daher kann die Dauer des Treffens – je nach Ergebnis – nicht vorhergesagt werden. Die Mitarbeiter wurden gebeten, „für den Tag ein unbegrenztes Zeitfenster für Vorstellungsgespräche, auch nach 14 Uhr, einzuplanen“. Je nach Ergebnis der Location könnte das Business Meeting auch am Donnerstagvormittag fortgesetzt werden.

Ford ist einer der größten Arbeitgeber im Saarland. Premierministerin Anke Rellinger und Wirtschaftsminister Jürgen Park flogen kürzlich zu Ford ins US-amerikanische Dearborn, um um Arbeitsplätze zu kämpfen. Dann kam vergangene Woche ein von Europapräsident Stuart Rowley berufenes vierköpfiges Führungsteam zu weiteren Gesprächen ins Saarland. Über Zwischenergebnisse wurde Stillschweigen vereinbart.

„Arbeiter spielen gegeneinander“

Unterdessen kritisierte der Vorsitzende der saarländischen SPD-Fraktion, Ulrich Commerson, das Ford-Management, bevor die Entscheidung bekannt gegeben wurde. „Er hat Tausende von Arbeitern in Saar-Louis und Valencia auf grausame und kalte Weise gegeneinander ausgespielt“, sagte er. Die Verwaltung habe den Menschen nicht nur den Schlaf geraubt, sondern sie “irgendwie ihrer Würde beraubt”. „Was für eine Schande!“ sagte Commerson. “Das Saarland hat immer zu Ford gestanden, und jetzt muss auch Ford zum Saarland stehen.” Wenn die Konkurrenz zwischen Saarlouis und Valencia in das sogenannte Bieterverfahren “getrickst” werde, “dann muss es der teuerste Werksstillstand in der Geschichte von Ford sein”.

Der Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion, Stéphane Toscani, sagte, das Land sei mit der Bewerbung um Ford “an die Grenzen seiner finanziellen Leistungsfähigkeit gestoßen”. Das Saarland „hat nicht irgendeine Show gemacht, sie hat die beste Show gemacht.“ Jahrelang lebten die Arbeiter in Ungewissheit über die Zukunft. Sie würden Kurzarbeit unterstützen, die Nachtschicht streichen und ganze Produktionslinien streichen, um den Standort zu sichern: “Sie verdienen jetzt eine verlässlichere Zukunftsperspektive.”

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