Sozialer Stress beschleunigt die Alterung des Immunsystems

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LOS ANGELES – Klar ist, dass Jobverlust, Ehekrisen oder Diskriminierung im Alltag ihre Spuren im Immunsystem hinterlassen können. Nach dem Studium in Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS 2022; DOI: 10.1073/pnas.2202780119Sozialer Stress beschleunigt die Schwächung des Immunsystems im Alter.

Dies war zum Teil auf Übergewicht und einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen. Aber auch eine latente Infektion mit dem Cytomegalovirus (CMV) kann eine Rolle spielen.

Mit zunehmendem Alter lässt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nach. Diese Immunalterung spiegelt sich in einer Zunahme der Anzahl “abgenutzter” terminal differenzierter T-Zellen wider, die nicht mehr zur Verfügung stehen, um Krankheitserreger zu bekämpfen oder Krebszellen zu entfernen.

Gleichzeitig schrumpft der Pool an sogenannten „neuen“ B- und T-Zellen, die auf neue Herausforderungen reagieren können. Ältere Menschen sind also anfälliger für Infektionskrankheiten, was sich zuletzt bei der Corona-Pandemie gezeigt hat. Höhere Raten von Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden auch mit der Alterung des Immunsystems in Verbindung gebracht.

Ärzte der Leonard Davis School of Gerontology in Los Angeles untersuchten die Auswirkungen von sozialem Stress auf die Immunalterung. Dazu kamen die Antworten von 5.744 Teilnehmern aus „Studieren Sie Gesundheit und RuhestandIn einem Fragebogen verglichen mit den Ergebnissen einer Blutuntersuchung.

Die Studie begleitet eine Gruppe älterer Menschen, um die Auswirkungen des Alterns auf die Gesundheit zu erforschen. Alle zwei Jahre werden die Teilnehmer zu ihrem Lebensstil und ihrer Gesundheit befragt. Auch Blutproben werden entnommen.

In einem Fragebogen wurden die Teilnehmenden zu belastenden Lebensereignissen (wie Arbeitsplatzverlust oder -diebstahl), chronischem Stress (wie finanzielle Probleme oder Ehekrisen), Diskriminierung im Alltag (Mangel an Respekt gegenüber anderen) oder lebenslangen Benachteiligungen (Entzug bei der Arbeit) befragt Leben) und Lebenstrauma (Verlust eines Partners, Drogenprobleme in der Familie).

All diese Erfahrungen können das Immunsystem direkt oder indirekt schädigen. Direkte Schäden können durch die Aktivierung von hormonellen Stressreaktionen sichtbar gemacht werden. Sozialer Stress kann indirekt zu Depressionen oder gesundheitlicher Vernachlässigung führen.

Wie von Eric Klopak und Kollegen berichtet, wirkten sich alle fünf Aspekte negativ auf das Immunsystem aus. Die Exposition gegenüber Lebenstrauma und chronischem Stress war mit einem geringeren Anteil an naiven CD4-Zellen verbunden. Differenzierung und chronischer Stress erhöhten den Anteil terminal differenzierter CD4-Zellen. Belastende Lebensereignisse, lebenslange Defekte und Lebenstraumata waren mit einem geringeren Anteil an naiven CD8-Zellen und einem Anstieg an terminal differenzierten CD8-Zellen verbunden.

Laut Kloback ist ein Teil des Zusammenhangs auf Lebensstilfaktoren wie Übergewicht, Rauchen, Alkoholkonsum und geringe Bildung zurückzuführen. So beschleunigt sozialer Stress indirekt die Immunalterung.

Ein weiterer Faktor, der auf den ersten Blick nicht mit sozialem Stress zusammenhängt, ist die Infektion. Marker war hier CMV-Serumpositivität. Cytomegalovirus gehört zu den Herpesviren.

Infektionen sind chronisch, verursachen aber in der Regel keine Symptome. Sie stellen jedoch eine Herausforderung für das Immunsystem dar, das eine Reaktivierung verhindern muss. Langfristig kann dies laut Kloback das Immunsystem schwächen.

Stress kann die Reaktivierung einer CMV-Infektion fördern, wie dies auch für andere Herpesviren wie Herpes labialis oder Windpocken/Zoster bekannt ist. Tatsächlich kann ein Teil der stressinduzierten Immunalterung auf CMV-Seropositivität zurückgeführt werden. Klobak glaubt, dass eine derzeit nicht verfügbare Impfung einen positiven Effekt auf die Immunalterung haben könnte. © rme / aerzteblatt.de

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