Vitamin D erhöht die Chance, Krebs zu überleben Gesundheitsstadt Berlin

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums fordern eine systematische Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin D. Ihre Modellrechnungen zeigen, dass der Zusatz etwa 130.000 krebsbedingte Todesfälle in Europa verhindern könnte.

Vitamin D ist ein Booster für das Immunsystem. Das Vitamin hilft dabei Todesfälle durch Krebs Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) gehen jetzt in einer neuen Studie vor. Forscher stellten fest, dass Lebensmittel in 34 europäischen Ländern mit Vitamin D angereichert wurden, wodurch jedes Jahr etwa 27.000 Todesfälle durch Krebs verhindert wurden. Wenn alle Länder Lebensmittel mit ausreichend Vitamin D anreichern würden, könnten den Berechnungen des Modells zufolge etwa 130.000 aller Krebstoten in Europa verhindert werden. Das wären etwa neun Prozent. Krebsforscher fordern daher eine systemische Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin D.

Allerdings durch Vitamin-D-Ergänzung Es verhindere vermutlich nicht Krebs per se, sagt Tobias Niedermayer, der an der Studie mitgearbeitet hat, sondern nur Krebstote. Im Interview erklärt der Krebsforscher den Grund für diesen Unterschied.

Was wissen wir über den Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Versorgung und Krebs? Wie wirkt Vitamin D dem entgegen?

Niedermayr: Vitamin D reduziert nicht das Krebsrisiko, aber es reduziert das Risiko, an Krebs zu sterben. Es hat vielfältige Wirkungen auf das Immunsystem und wirkt hauptsächlich immunmodulatorisch. Es verhindert krebsfördernde Faktoren, die sogenannten Onkogene und chronische Entzündungsreaktionen. Die Vermutung ist, dass die vielfältigen Wirkungen von Vitamin D auf das gesamte Immunsystem und insbesondere auf Krebszellen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine Krebserkrankung zu überleben. Immer zusätzlich zu den etablierten Mitteln, keinesfalls als Ersatz.

Das Immunsystem spielt auch eine wichtige Rolle bei der Beseitigung von Krebszellen, die täglich in unserem Körper vorkommen. Unterstützt Vitamin D nicht das Immunsystem in diesem täglichen Kampf und hat insofern eine schützende Wirkung?

Niedermayr: Dies kann nicht ausgeschlossen werden, aber es gibt nicht genügend Daten, die darauf hindeuten, dass eine Vitamin-D-Supplementierung das Krebsrisiko senkt. Es gibt jedoch berechtigte Gründe anzunehmen, dass frühere Studien keine Verringerung des Krebsrisikos festgestellt haben, selbst wenn eine solche vorhanden wäre. Dazu gehört zum Beispiel, dass Vergleichsgruppen oft auch Vitamin D einnahmen oder dass Vitamin D falsch verabreicht wurde, zB in zu geringer Dosierung oder in sehr hohen Monatsdosen statt in kleinen Tagesdosen.

Was ist die Grundlage Ihrer Untersuchungen?

Niedermayr: Der Grundstein war einer Dimensionsanalyse Eine der randomisierten Studien berichtete, dass die Gabe von Vitamin D in Tablettenform in einer Dosis von 400 IE pro Tag die Krebstodesrate um 11 Prozent reduzierte.

Aber sicher erreichen nicht alle Studien diese elf Prozent?

Niedermayr: Eine Zahl war beispielsweise 15 Prozent bei 800 Einheiten pro Tag und 17 Prozent bei 2.000 Einheiten pro Tag. So sinken die Krebstodesfälle in Studien mit höheren Tagesdosen tendenziell stärker. 400 Einheiten ist das Volumen, das durch Anreicherung von Lebensmitteln realistisch erreicht werden kann.

Die Präparate wurden in den Studien gegeben, warum sollten angereicherte Vitamin-D-Lebensmittel befürwortet werden?

Niedermayr: Ich hatte kürzlich mit meinen Kollegen eine Studie veröffentlicht, in der wir uns die Literatur zu Anreicherung und Serumspiegel angeschaut haben. Die Frage war: Wie stark steigt der Vitamin-D-Spiegel im Blut, wenn man angereicherte Lebensmittel isst? Wir fanden heraus, dass der Bereich der Serumerhöhungen fast identisch mit den Serumerhöhungen aus Studien mit 400 Einheiten pro Tag in Tablettenform war. Unser Fazit: Bei ausreichender Anreicherung der Nahrung mit Vitamin D lassen sich ähnliche Serumsteigerungen erzielen wie bei einer Vitamin-Supplementierung.

Aber ist angereichertes Essen der beste Weg?

Niedermayr: Nur eine Minderheit der Bevölkerung nimmt Vitamin-D-Tabletten ein. Angereicherte Lebensmittel werden Menschen fast automatisch aus einem Vitamin-D-Mangel herausholen. Genauso wie jodiertes Speisesalz ist es seit langem beliebt und hat den früher weit verbreiteten Jodmangel und seine Folgen stark eingeschränkt. Es wäre ein einfacherer, billigerer und effektiverer Weg, den Vitamin-D-Spiegel in der Bevölkerung zu verbessern.

Es ist einfach, dem Endprodukt etwas hinzuzufügen. Aber wenn ich mich bewusst gesund ernähre, streue ich kein Vitamin D auf Brokkoli.

Niedermayr: das ist Richtig. Aber Sie können eine Reihe von Lebensmitteln anreichern, die absolute Grundnahrungsmittel sind, die jeder konsumieren sollte oder sollte: Orangensaft, Brot, Milch, Joghurt, Hafermilch, Müsli … Es ist nicht so, dass Sie alles anreichern können, weil es auch während der Verarbeitung und Zubereitung geht Vitamin D verloren. Aber das Angebot an geeigneten Lebensmitteln ist groß genug, um jeden zu erreichen.

Als Beispiele für Länder, in denen dies bereits praktiziert wird, nennt die Pressemitteilung die USA, Kanada und Finnland. Ist das die „dreifache“ Befruchtung oder wie häufig ist die Befruchtung?

Niedermayr: In Europa ist sie nicht besonders verbreitet. Die einzigen beiden Länder, die einen signifikanten Einfluss hatten, sind Finnland und das Vereinigte Königreich sowie in geringerem Maße Island und Schweden. Abgesehen davon bereichert sich kein Land systematisch.

Welche Schlussfolgerungen können Sie daraus ziehen, wo Vitamin D zu Lebensmitteln hinzugefügt werden sollte?

Niedermayr: Es gibt eine Studie, in der die Serumspiegel in Finnland in den Jahren 2000 und 2011 verglichen wurden. Von den 6.000 befragten Finnen waren im Jahr 2000 nur 44 Prozent mit Serumspiegeln von mehr als 50 Nanomol pro Liter ausreichend mit Vitamin D versorgt. Milch und Milchprodukte wurden angereichert und Margarine, Orangensaft und Müsli werden seit 2003 systematisch mit Vitamin D ergänzt. Im Jahr 2011 wurden mehr als 90 Prozent mit ausreichend Vitamin D ergänzt. Dies zeigt, dass selbst in einem Land mit langen und dunklen Wintern mit Vitamin D angereicherte Lebensmittel die Prävalenz von Mangelerscheinungen deutlich reduzieren können. Es ist allgemein bekannt, dass eine Immunisierung wirksam ist.

Haben Sie ähnliche Werte wie Deutschland?

Niedermayr: Es gibt eine Studie des Robert-Koch-Instituts mit einer repräsentativen Bevölkerungsgruppe über die Jahreszeiten hinweg. Etwa 30 Prozent wurden schlecht und 31 Prozent suboptimal versorgt. 38 Prozent der Lieferungen waren ausreichend versorgt, jeweils mit einer Jahresrate. Das schwankt natürlich, im Winter sind etwa 50 Prozent nicht ausreichend und weniger als 20 Prozent ausreichend versorgt. Bei der Vitamin-D-Supplementierung gibt es in Deutschland noch viel Luft nach oben.

Für den Menschen ist Sonnenlicht die Hauptquelle für die Vitamin-D-Produktion, und nicht viel kommt aus der Nahrung…

Niedermayr: exakt. Das Problem ist, dass der Großteil der Bevölkerung in Deutschland einen ganzjährigen Vitamin-D-Mangel oder zumindest eine suboptimale Versorgung hat. Denn im Winter sind die Sonnenstrahlen nicht intensiv genug und auch im Sommer sollte man sich vor der Sonne schützen. Die goldene Mitte liegt richtig. Wenn Sie versuchen, in die Sonne zu gehen, sollten so viele Körperteile wie möglich der Sonne ausgesetzt werden, aber nicht zu lange, um einen Sonnenbrand zu vermeiden. Die Dauer variiert je nach Hauttyp und Jahreszeit und kann nicht pauschal gesagt werden.

Sie sagten, je mehr Vitamin D, desto besser die Ergebnisse…

Niedermayr: Ich schätze, mit 400 Einheiten am Tag ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Nimmt jemand 400 Einheiten pro Tag über die Nahrung zu sich, auch systemisch angereichert, so besteht immer noch Potenzial für ein paar Prozentpunkte zusätzlicher Sterblichkeitsreduktion, wenn man beispielsweise weitere 1.000 Einheiten pro Tag über Pillen einnimmt.

Besteht die Gefahr einer Überdosierung?

Niedermayr: Natürlich sollte man es nicht übertreiben. Bis zu 4.000 Einheiten pro Tag gelten als sicher. Sie können Sonnenlicht nicht überdosieren, der Körper hört mit der Zeit auf zu produzieren, wenn er hohen Konzentrationen ausgesetzt wird. Eine Überdosierung von Nahrungsergänzungsmitteln ist theoretisch möglich. In der Praxis kann dies einige Male im Jahr vorkommen. Es gibt stark angereicherte Präparate, 20.000 Einheiten pro Kapsel. Es wird dann empfohlen, alle 20 Tage eine dieser Kapseln einzunehmen. Wenn Sie eine dieser Kapseln – oder sogar mehrere – pro Tag einnehmen, werden Sie sehr wahrscheinlich Probleme bekommen. Eine übermäßige Zufuhr von Vitamin D führt zu hohen Calciumwerten im Blut, was ebenfalls sehr gefährlich sein kann. Es ist wichtig zu beachten, dass bei Anreicherung von Lebensmitteln in den üblichen Mengen keine Gefahr einer Überdosierung besteht.

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